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Bericht von der Jubiläumsultreya 50 Jahre Cursillo in Österreich

26.05.10

Ich war zum ersten Mal elektrisiert, als P. Maximilian eine Teilnehmerin des ersten Studentencursillos bat eine Betrachtung zu halten. Der Abend war sehr dicht und wir gingen voller Erwartung auf die Jubliläumsultreya ins Kloster, wo wir übernachten konnten.

Das Motto der Jubiläumsultreya war: „Wir Christen der Zukunft“. Zu unserer großen Freude trafen wir am Eingang gleich P. Josef Cascales und Andrija Vrane aus Kroatien. Die Ultreya begann mit dem Festgottesdienst unter der Leitung von Pater Josef. Anwesend waren acht Priester und drei Wort-gottesdienstleiter, darunter zwei Frauen. Nach der Einführung durch P. Josef, wo er in gewohnt humorvoller und temperamentvoller Weise ein paar Begebenheiten aus der Geschichte des Cursillo erzählte und darauf hinwies, dass der eigentliche Impuls für den Cursillo von Bischof Hervas kam. Ebenso stellte er das besondere Wohlwollen und die Unterstützung durch Kardinal König fest. Zur großen Überraschung wurde, trotz der Anwesenheit der Priester, die Lesung und das Evangelium von den Wortgottesdienstleiterinnen vorgetragen. Die Predigt von P. Josef war sehr kurz und er gab uns als Schlusswort und als Auftrag die Worte „auf geht’s, pack ma‘s“ mit auf den Weg. Zur Gabenbereitung brachten alle 9 Diözesen und Kroatien typische Gegenstände aus ihren Ländern zusammen mit einer Fürbitte auf den Altar. Die Kommunion wurde dann in beiderlei Gestalt ausgeteilt. Instrumental wurde der Gottesdienst von Mitarbeitern des Jugendcursillos in Oberösterreich gestaltet. Der einzige Cursillo Chor Österreichs aus Graz gab vokal den Ton an.. Die meisten Lieder waren uns nicht bekannt, trugen die Handschrift des Jugendcursillo und haben uns jedoch sehr gefallen. Vor dem Mittagessen gab es Grußworte vom Bürgermeister von Kremsmünster und einem Landtagsabgeordneten in Vertretung des Landeshauptmannes. Der Abgeordnete war vom Gottesdienst sichtlich beeindruckt und rief den Anwesenden zu: „Wir brauchen Euch! Macht weiter und verkündet die frohe Botschaft“. Im Auftrag der CAD durfte ich die Glückwünsche und den Dank an Österreich, speziell auch an P. Josef, für die Unterstützung der Einführung des Cursillo in Deutschland zum Ausdruck bringen. Ich habe auch den Wunsch geäußert, die Beziehungen zwischen Deutschland und Österreich wieder zu intensivieren, da in Österreich neue Formen wie der Pfarrcursillo, der Cursillo Kompakt und der Studentencursillo erprobt werden. Da ich an der TU München einen Lehrauftrag habe und ich aus meinen Kontakten zu den Katholischen Hochschulgemeinden weiß, wie schwierig es ist Studierende in Glaubensfragen anzusprechen, hat mich der Studentencursillo natürlich interessiert. In der Mittagspause hatte ich Gelegenheit mit drei Teilnehmerinnen des Studentencursillo zu sprechen. Die Initiative geht von einer Mitarbeiterin des Jugendcursillo aus, welche in Innsbruck studiert. P. Maximilian hat ihr zugesagt einen Studentencursillo zu halten, falls sie genügend Teilnehmer findet. Der erste Kurs wurde in Kufstein mit 11 Teilnehmern durchgeführt. Der Studentencursillo ist eine Mischung aus Jugend- und Erwachsenen-Cursillo. Der nächste Termin ist bereits in Planung. Später konnte ich mich noch mit Robert Nagl aus Salzburg über den Pfarrcursillo und den Cursillo Kompakt austauschen, leider zu kurz.

Den Festvortrag mit dem Titel: „Ich will euch Zukunft und Hoffnung geben“ wurde von einer jungen Frau, Dr. Veronika Prüller-Jagenteufel, gehalten. Sie hat noch an keinem Cursillo teilgenommen, hat jedoch in der Einführung gesagt, dass ihr der Gottesdienst sehr gefallen hat. Veronika hat in ihren Ausführungen die Situation der Kirche heute mit der babylonischen Gefangenschaft verglichen. Auch dort hat Vieles, was bis zu diesem Zeitpunkt ein fest gefügter Glaubensbestandteil war auf einmal seinen Sinn und Zusammenhang verloren und musste hinterfragt und neu gestaltet werden. Veronika führte aus, dass sich auch heute die Welt sehr verändert hat und deshalb müssen neue Wege gesucht und erprobt werden um den Glauben als Christen der Zukunft neu zu verkünden. Veronika erhielt viel Beifall für ihre ermutigenden Worte. Ihre Gedanken werden zu einem späteren Zeitpunkt als CD verfügbar sein.

Die abschließende Vesper wurde von Abtpräses Christian Haidinger, langjähriger Cursillo Mitarbeiter in Österreich, jetzt Abt des Klosters Altenburg, geleitet. Er hat uns in seiner kurzen Auslegung des Evangeliums ermutigt sowohl dem Anliegen des Cursillo treu zu bleiben und trotzdem die Zeichen der Zeit zu erkennen und neue Wege zu erkunden. Er bat Elisabeth Heinisch, eine Mitarbeiterin aus Oberösterreich, ihre Hoffnungen für eine Kirche der Zukunft vorzulesen (siehe unten). Diese Gedanken wurden zusammen mit vielen weitern Wünschen Papst Benedikt bei seinem Besuch in Österreich übergeben. Mit dem Segen und Dankesworten ging die Jubiläumsultreya zu Ende. Anschließend ergab sich noch die Gelegenheit mit vielen alten Bekannten zu plaudern.

Den Abend verbrachten wir noch mit Cursillistas aus Vorarlberg, welche auch die Nacht zum Pfingstmontag in Kremsmünster verbrachten. Am nächsten Morgen feierten wir einen Gottesdienst mit P. Maximilian, der uns dann noch eine Führung durch das Kloster anbot. Mir persönlich haben diese Tage Mut gemacht, denn im Cursillo von Österreich hat man begonnen neue Wege ohne Angst und Befürchtungen zu erproben. Ich persönlich finde das gut und hoffe, dass wir auch in Deutschland die Kraft aufbringen werden darauf zu vertrauen, dass Gottes Geist noch was mit der Cursillo Bewegung vorhat und wir Ihm erlauben uns zu leiten, auch wenn er uns ins Ungewisse und Unbekannte führen will.

Josef und Christa Vilsmeier

Hoffnungsgedanken von Elisabeth Heinisch

Hoffnungsvoll erwarte ich eine Kirche,

in der Frauen und Männer einander gleichwertig begegnen,

in der sie das Misstrauen und die Angst voreinander auslachen.

Hoffnungsvoll erwarte ich eine Kirche,

in der Frauen und Männer ihre Berufungen uneingeschränkt leben können,

in der sie einander Hoffnung und Glaubensmut zusprechen.

Hoffnungsvoll erwarte ich eine Kirche,

in der Frauen und Männer aus allen Konfessionen beheimatet sind,

in der sie einander voll Respekt und voll Liebe dienen.

Hoffnungsvoll erwarte ich eine Kirche,

in der Frauen und Männer mit all ihren Gebrochenheiten ernst genommen werden,

in der sie der bedingungslosen, heilenden Liebe Gottes begegnen.

Hoffnungsvoll erwarte ich eine Kirche,

in der Frauen und Männer gemeinsam neue Wege der Gerechtigkeit für alle suchen,

damit das Leben für alle zum Fest wird.

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